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Guide · Auswahl & Spezifikation

Checkliste: Den richtigen Leckagesensor für Ihre Anwendung auswählen

8 Min. Lesezeit · Stand Juli 2026 · Redaktion LeakLink

Es gibt keinen universell "besten" Leckagesensor — nur den passenden für eine konkrete Anwendung. Welches Prinzip, welche Bauform und welche Zulassung nötig sind, hängt von acht wiederkehrenden Fragen ab: vom überwachten Medium bis zur gewünschten Anbindung an die Leitwarte.

Diese Checkliste führt durch alle acht Kriterien in der Reihenfolge, in der sie in der Praxis meist relevant werden. Wer sie vor einer Anbieteranfrage durchgeht, kann Angebote gezielter vergleichen und unpassende Angebote von vornherein ausschliessen — die Antworten lassen sich direkt in eine Projektanfrage übernehmen.

Das Wichtigste in Kürze
Die Wahl des Sensorprinzips (kapazitiv, konduktiv, optisch, Schwimmerschalter) hängt in erster Linie vom überwachten Medium ab — nicht jedes Prinzip erkennt jede Flüssigkeit zuverlässig.
Punktsensor oder Kabel-/Zonensensor ist primär eine Frage der Fläche: eine bekannte Einzelstelle oder eine Strecke/Fläche mit mehreren möglichen Leckagepunkten.
Unterliegt die Anlage der AwSV, sollte die DIBt-Zulassungsfrage vor der Anbieterauswahl geklärt sein — nicht erst danach.
IP-Schutzart und Ex-Zonen-Anforderung werden in der Praxis am häufigsten übersehen und führen am häufigsten zu Fehlkäufen.
Die letzte Frage — wie das System angebunden wird (Relais, 4–20 mA, Modbus/BACnet, Gebäudeleittechnik) — entscheidet oft über die Anbieterauswahl, wird aber am spätesten gestellt.
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1. Welches Medium muss erkannt werden?

Die erste und wichtigste Frage: Wasser, Öl/Hydrauliköl, Chemikalien, Kühlmittel oder Abwasser? Leitfähige (konduktive) Sensoren erkennen zuverlässig Wasser und andere leitfähige Flüssigkeiten, versagen aber bei nicht-leitfähigen Medien wie reinen Ölen. Optische und kapazitive Sensoren sind medienunabhängiger, aber nicht in jeder Bauform für aggressive Chemikalien freigegeben.

In der Praxis

Ein Sensor, der zuverlässig Wasser erkennt, muss bei Öl oder Chemikalien nicht funktionieren — und umgekehrt. Die Medienangabe sollte immer der erste Satz jeder Anbieteranfrage sein.

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2. Punktuelle Stelle oder Fläche/Strecke überwachen?

Ist die Risikostelle bekannt und lokal begrenzt (z. B. unter einer Pumpe, in einer Auffangwanne), reicht in der Regel ein Punktsensor — günstiger und einfacher installiert. Muss dagegen eine ganze Strecke (Rohrtrasse, Doppelboden, Tankumrandung) überwacht werden und soll die Leckage zusätzlich geortet werden, ist ein Kabel-/Zonensensor die passendere Wahl.

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3. Unterliegt die Anlage der AwSV — ist eine DIBt-Zulassung nötig?

Wer wassergefährdende Stoffe lagert, abfüllt oder verwendet, sollte vor der Sensorauswahl klären, ob die Anlage unter die AwSV fällt und ob eine DIBt-zugelassene Bauart gefordert ist. Diese Frage sollte am Anfang stehen, nicht am Ende — eine nachträgliche Umrüstung auf ein zugelassenes System ist deutlich aufwendiger als die richtige Wahl von Beginn an.

Vorschrift

Die Grundlagen zu WHG/AwSV und zur DIBt-Zulassung erklären die verlinkten Guides im Detail — inklusive, wann welche Anforderung greift.

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4. Welche Umgebungsbedingungen herrschen vor Ort?

Dauerhaft nass, gelegentlich feucht oder zeitweise untergetaucht — die Einbauumgebung entscheidet über die benötigte IP-Schutzart. Ein Sensor mit unzureichender Schutzart ist einer der häufigsten Spezifikationsfehler und wirkt sich direkt auf Zuverlässigkeit und Lebensdauer aus.

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5. Besteht Explosionsgefahr (Ex-Zone / ATEX)?

In explosionsgefährdeten Bereichen — etwa in der Chemieindustrie oder bei bestimmten Lageranlagen — reicht ein normaler Sensor nicht aus. Hier ist eine ATEX-Zertifizierung für die jeweilige Ex-Zone (0, 1 oder 2) zwingend erforderlich und sollte bereits in der ersten Anfrage genannt werden, da nicht jeder Anbieter Ex-zertifizierte Varianten führt.

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6. Verkabelt oder kabellos?

Festverkabelte Sensoren benötigen keine Batteriewartung und liefern ein kontinuierliches Signal, erfordern aber Kabelverlegung — bei Nachrüstung in Bestandsanlagen oft der grössere Kostentreiber. IoT-/Funksensoren entfallen diese Verlegekosten, benötigen dafür periodischen Batteriewechsel und eine ausreichende Funkabdeckung (LoRaWAN, NB-IoT).

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7. Wer übernimmt Wartung und wiederkehrende Prüfung?

Leitfähige Sensoren benötigen periodische Kontrolle auf Ablagerungen, andere Prinzipien sind weitgehend wartungsfrei. Unabhängig vom Prinzip sollte vorab geklärt sein, ob die Anlage einer wiederkehrenden Sachverständigenprüfung nach § 46 AwSV unterliegt — das ist keine Anbieterfrage, sondern eine gesetzliche, die unabhängig vom gewählten System zu klären ist.

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8. Wie soll das System angebunden werden?

Die letzte, aber keineswegs unwichtigste Frage: Reicht ein einfacher Relaisausgang mit lokalem Alarm, oder soll der Sensor in eine übergeordnete Gebäudeleittechnik (GLT) oder SPS eingebunden werden — etwa über 4–20 mA, Modbus oder BACnet? Diese Anforderung schränkt die Anbieterauswahl oft stärker ein als das Messprinzip selbst und sollte deshalb explizit in jeder Anfrage stehen.

Typische Anbindungsoptionen

  • Relais-/Schaltausgang mit lokalem akustischem oder optischem Alarm
  • 4–20-mA-Stromschleife für einfache SPS-Einbindung
  • Modbus RTU/TCP für Gebäudeleittechnik-Integration
  • BACnet für gebäudetechnisch integrierte Systeme
  • Funkbasierte Cloud-Anbindung (bei IoT-/Funksensoren)

Häufige Fragen

Muss ich alle acht Punkte vor einer Anbieteranfrage beantworten können?

Nicht zwingend vollständig, aber je mehr Punkte bereits geklärt sind, desto gezielter lassen sich Angebote vergleichen. Medium, Überwachungsfläche und AwSV-/DIBt-Anforderung sollten möglichst vorab geklärt sein — die übrigen Punkte lassen sich oft im Gespräch mit dem Anbieter konkretisieren.

Was, wenn mehrere Kriterien gleichzeitig zutreffen, etwa Ex-Zone und AwSV-Pflicht?

Das ist in der industriellen Praxis eher die Regel als die Ausnahme. In diesem Fall sollten alle zutreffenden Anforderungen gemeinsam in der Anfrage genannt werden, da sie die Auswahl geeigneter Anbieter zusätzlich einschränken — ein Anbieter muss dann sowohl ATEX-zertifizierte als auch DIBt-zugelassene Varianten führen.

Was mache ich, wenn ich mir bei einem Punkt unsicher bin, etwa der IP-Schutzart?

Eine grobe Beschreibung der Einbauumgebung (z. B. "dauerhaft feucht, gelegentlich Reinigung mit Wasserschlauch") reicht für eine erste Einschätzung meist aus — die genaue Schutzart lässt sich in der Regel gemeinsam mit dem Anbieter anhand dieser Beschreibung festlegen.

Reicht diese Checkliste als Grundlage für eine Projektanfrage bei LeakLink?

Ja — die acht Punkte decken genau die Angaben ab, die für eine zielgerichtete Vermittlung an passende Anbieter benötigt werden. Je vollständiger die Angaben, desto präziser die Anbieterauswahl.

Ändert sich die Checkliste bei einer Nachrüstung in einer Bestandsanlage?

Die acht Kriterien bleiben gleich, zusätzlich rückt aber häufig der Installationsaufwand stärker in den Vordergrund — etwa ob eine kabellose IoT-Lösung die aufwendigere Kabelverlegung in einer bestehenden Anlage vermeiden kann.

Offene Fragen zu Ihrer konkreten Anlage?

Stellen Sie eine Projektanfrage — wir ordnen Ihre Anwendung ein und vermitteln kostenlos an 2–3 passende Anbieter.

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Dieser Guide dient der allgemeinen Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung oder anlagenspezifische Prüfung durch die zuständige Behörde. Stand: Juli 2026.

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