Medium wählen
Die meisten Projekte starten nicht bei der Sensortechnologie, sondern bei der konkreten Anwendung: Welche Flüssigkeit soll überwacht werden? Das Medium bestimmt massgeblich, welches Sensorprinzip zuverlässig funktioniert und welchem regulatorischen Rahmen die Anlage unterliegt.
01 / Ausgewählt
Wasser
Das häufigste Leckagemedium — elektrisch leitfähig und damit einfach zuverlässig zu erkennen. Risiko liegt weniger in der Regulatorik als im Sachschaden: Rechenzentren, Kühlkreisläufe, Rohrbrüche.
- LEITFÄHIGKEIT
- Leitfähig
- REGULATORIK
- Sachschutz/Versicherung, meist nicht AwSV
- PRINZIP
- Leitfähig/kapazitiv, Kabel- oder Punktsensor
Kurz erklärt
Die fünf Medien im Vergleich
| Medium | Leitfähigkeit | Regulatorischer Schwerpunkt | Typisches Sensorprinzip | Produkte |
|---|---|---|---|---|
| Wasser | Leitfähig | Sachschutz/Versicherung, meist nicht AwSV | Leitfähig/kapazitiv, Kabel- oder Punktsensor | 45 |
| Öl / Hydrauliköl | Kaum leitfähig | AwSV, WGK 2/3 | Optisch oder kapazitiv | 36 |
| Chemikalien / Gefahrstoffe | Je nach Stoff | AwSV, WGK 1–3, TRGS 510 | Materialabhängig (PTFE/PVDF/Hastelloy) | 24 |
| Kühlmittel / Kühlwasser | Meist leitfähig | Glykolwächter-Pflicht, VDI 2047-2 | Prozessinstrument, ergänzend Kabel/Punkt | 4 |
| Abwasser | Leitfähig, verschmutzungsanfällig | DIN 1986-30, DIN EN 1825/858 | Selbstreinigende Kabelsensoren, Prozessinstrument | 2 |
Medien im Detail
Wasser
Das häufigste Leckagemedium — elektrisch leitfähig und damit einfach zuverlässig zu erkennen. Risiko liegt weniger in der Regulatorik als im Sachschaden: Rechenzentren, Kühlkreisläufe, Rohrbrüche.
Sachschutz / VersicherungÖl / Hydrauliköl
Elektrisch kaum leitfähig und als WGK 2/3 eingestuft — unterliegt der AwSV. Optische statt leitfähige Sensorprinzipien sind hier meist die zuverlässigere Wahl.
AwSV · WGK 2/3Chemikalien / Gefahrstoffe
Die heterogenste und regulatorisch anspruchsvollste Gruppe: WGK 1–3, TRGS 510, Materialverträglichkeit der Sensorik entscheidet über die Machbarkeit.
TRGS 510 · WGK 1–3Kühlmittel / Kühlwasser
Geschlossene Kreisläufe mit eigenen Vorschriften — Glykolwächter-Pflicht bei Kälteanlagen, VDI 2047-2 bei Kühltürmen, Konzentrationsverlust bei Kühlschmierstoffen.
VDI 2047-2Abwasser
Leitfähig, aber verschmutzungsanfällig. Eigene Dichtheits- und Überwachungspflichten nach DIN 1986-30 und DIN EN 1825/858, besonders bei Indirekteinleitung.
DIN 1986-30Welches Medium überwachen Sie?
01Trinkwasser, Kühlwasser oder eine allgemeine Rohrleitungsleckage?Wasser →02Hydraulikflüssigkeit oder Schmieröl an Maschinen?Öl / Hydrauliköl →03Säuren, Laugen, Lösungsmittel oder sonstige Gefahrstoffe?Chemikalien →04Glykol-Kühlkreislauf, Kühlschmierstoff oder Rückkühlwerk?Kühlmittel →05Kanalisation, Abscheideranlage oder Indirekteinleitung?Abwasser →FAQ
Warum ist das Medium wichtiger als die Sensortechnologie?
Weil Leitfähigkeit und regulatorische Einstufung des Mediums die technische und rechtliche Machbarkeit bestimmen. Erst danach folgt die Wahl zwischen Punkt-, Kabel-, Funk- oder Prozessüberwachung.
Welches Medium hat die höchsten Anforderungen?
Chemikalien und Gefahrstoffe: WGK 1 bis 3, TRGS 510 für die Lagerung und die höchsten Anforderungen an die Materialverträglichkeit der Sensorik.
Kann ein Sensor mehrere Medien überwachen?
Oft ja, wenn Leitfähigkeit und Materialverträglichkeit übereinstimmen — ein optischer Punktsensor erkennt etwa Öl und viele Chemikalien. Bei stark unterschiedlichen Medien werden in der Praxis mehrere Prinzipien kombiniert.
Unsicher, welches Medium- und Sensorprinzip passt?
Wir übernehmen die Vorauswahl und vermitteln kostenlos an 2–3 passende Anbieter.
Quellen: Gesetze-im-Internet.de (AwSV) · Umweltbundesamt (WGK-Einstufung) · industrie-fachwissen.de (TRGS 510) · VDI.de (VDI 2047-2) · Haufe.de, IKZ.de (DIN 1986-30). Einzelnachweise auf den jeweiligen Medien-Detailseiten. Stand: August 2026.